Forschungsprojekte Neues Testament

Passion und Auferstehung Jesu

Das Projekt beschäftigt sich mit dem zentralen Kerygma der neutestamentlichen Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu. Im Vordergrund steht die synchrone und theologische Erschließung besonders der Passions- und Osterüberlieferung. Das gemeinsame Forschungsprojekt soll in eine monographische Publikation münden.

Projektverantwortliche:

O. Univ.-Prof. Dr. Roman Kühschelm

Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Stowasser

 

 

Die Richter Jesu

Der Prozess Jesu wirft nach wie vor zahlreiche historische Fragen auf und seine Erforschung steht unter dem Schatten des Antijudaismus frühchristlicher Quellen. Eine wesentliche Rolle in den Vorgängen kommt dabei jenen vier Personen zu, denen Jesu von Nazaret nach den Quellen Rede und Antwort stehen sollte. Wer sie waren, ob und in welcher Form Jesus ihnen gegenüberstand und welche Intention ihr Handeln bestimmte, diese Aspekte sollen einen wichtigen Detailbefund zur Gesamtproblematik liefern.

Projektverantwortlicher:

Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Stowasser

 

 

Mission und Caritas

Die Ausbreitung des frühen Christentums erfolgte bereits in neutestamentlicher Zeit rasant und wird gemeinhin unter dem Begriff der Mission zusammengefasst. Aber was genau unter Mission zu verstehen ist, bleibt dabei häufig ebenso diffus wie die Vorstellung, welche Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, den Begriff der Mission für die neutestamentliche Zeit zu schärfen und den besonderen Zusammenhang zwischen dem sozialen Aspekt und der Ausbreitung des frühen Christentums zu untersuchen. Dabei kommt der Apostelgeschichte des Lukas eine besondere Rolle zu.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Stowasser

Mag. Cyprien Longayo-Pongombo

 

 

 

Gott in der Offenbarung des Johannes

Im Zentrum des Forschungsprojektes stehen die Gestalt und Rolle Gottes in der Offenbarung des Johannes. Dazu müssen zunächst die Selbstaussagen Gottes untersucht werden, daran anschließend zentrale Bilder und Motive, die direkt oder indirekt auf Gott angewendet werden.

In diesem vom Verfasser entworfenen Bild Gottes verdichten sich vielerlei Informationen über die kulturellen Hintergründe des Buches wie in einem Brennpunkt, sodass auf zahlreiche, exegetisch kontrovers diskutierte Einzelaspekte des gesamten Werkes wie auch seine Pragmatik neues Licht fallen soll. Wie viele Züge des Bildes Gottes besitzen z. B. einen jüdisch-alttestamentlichen Hintergrund, welche zeigen stärker Parallelen zu römisch-hellenistischen Gottheiten? Wie umfassend wurden Traditionen integriert, inwiefern dabei auch verändert, wenn der Verfasser sein Bild Gottes entwirft? Zugleich bietet die Analyse dieser zentralen Figur des Werkes auch die Möglichkeit, die Absicht besser zu erkennen, die mit dem Abfassen der Johannesoffenbarung verbunden war. Ist die bislang dominierende These einer radikalen Polemik gegen das Römische Reich und seine Götterwelt als einzig bestimmender Faktor aufrecht zu erhalten? Sollten drangsalierte Christen Kleinasiens im ausgehenden 1. Jh. n. Chr. ausschließlich immunisiert und in ihrer Glaubenstreue gestärkt werden oder besitzt die Integration von Zügen paganer Götter in das Bild Gottes auch eine propagandistisch werbende Absicht?

Unter theologischem Aspekt tritt die Frage nach dem Gottsein Gottes in den Blick. Denn mit der Übertragung beinahe aller göttlichen Attribute auf Christus bzw. das Lamm steht nicht nur das Verhältnis von Christologie und Theologie im letzten Buch der christlichen Bibel zur Debatte, sondern stellt sich das Problem des Monotheismus. Fasst ein als „christologischer Monotheismus“ bezeichnetes Erklärungsmodell den Befund befriedigend? Worin macht der Verfasser das Proprium Gottes fest?

Die Offenbarung des Johannes hat eine beeindruckende, vielfältige Wirkungsgeschichte aus sich entlassen. Das Forschungsvorhaben versucht, einen Teil davon präziser zu untersuchen, indem die Rezeption in der deutschsprachigen Literatur des 20. Und 21. Jahrhunderts in den Blick genommen wird.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Stowasser

Gottesrede im Johannesevangelium

Dr. Veronika Burz-Tropper
FWF-Projekt T627
Hertha-Firnberg-Projekt

„Gottes-Rede“ – d. h. Theo-Logie im strikten Wortsinn – kam in der neutestamentlichen Wissenschaft bisher, verglichen mit Christologie, Pneumatologie, Ekklesiologie, Soteriologie und Eschatologie, kaum eigens in den Blick. Das Forschungsvorhaben greift dieses Desiderat auf und untersucht exemplarisch eine bestimmte neutestamentliche Schrift – das Johannesevangelium – auf ihre Aussagen über Gott.

Ausgehend von der Frage, was im Johannesevangelium von Jesus als dem „einzigen, der Gott ist“ (Joh 1,18) über Gott selbst ausgesagt wird, werden die dabei auszumachenden Bilder, Motive und Traditionen untersucht. Die Analyse der relevanten Passagen zielt auf eine erstmalig umfassende Zusammenschau der „Gottes-Rede“ im Johannesevangelium.

 

Laufzeit: 23.06.2014-02.04.2019 (11.01.2015-04.09.2016 aufgrund von Elternkarenz unterbrochen)

Abstract (deutsch)

Abstract (englisch)

Forschungsprojekte Altes Testament

Der gerettete Retter: Exodus 1-2 in patristischer und rabbinischer Interpretation

Dr. Agnethe Siquans
(FWF-Einzelprojekt P 28441-G24)
Dauer: 01.03.2016-28.02.2019

Das Projekt befasst sich mit der patristischen und rabbinischen Interpretation von Ex 1-2, der Erzählung über Geburt, Jugend und zweifache Rettung des Mose (Ex 2,1-22) sowie über die Ereignisse, die unmittelbar zu dieser Situation führen (Ex 1). Das Buch Exodus enthält die Ursprungsgeschichte von Juden und Christen. Seine Auslegung war daher bedeutend für die Diskussionen um jüdische und christliche Identität in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung. Ex 1-2 sind die Eingangskapitel der gesamten Exoduserzählung und daher wichtig für die Einführung der Figur des Mose, der als Retter des Gottesvolkes die Hauptperson des Buches darstellt. Bibelauslegung wurde zu einem Unterscheidungsmerkmal christlichen und jüdischen Selbstverständnisses, neben anderen Faktoren, wie religiöse Praxis, Beschneidung u. a. Dieser Diskurs über die Bibel führte zu Dialog auf der einen Seite und oftmals scharfer Polemik auf der anderen Seite. Spuren davon finden sich in der patristischen und rabbinischen Bibelauslegung. Das Projekt soll sich auf drei wichtige Texte konzentrieren, die die ausführlichsten erhaltenen rabbinischen und patristischen Interpretationen von Ex 1-2 darstellen: den Midrasch Shemot Rabbah und seine früheren Quellen, die ersten beiden Exodus-Homilien des Origenes und den Exoduskommentar Ephräms des Syrers. Zuerst sollen die Texte hinsichtlich ihrer jeweiligen Interpretation von Ex 1-2 untersucht werden. Thematische Schwerpunkte sind Ermächtigung und Entmächtigung, Strukturen von Macht und Geschlecht, die Definition von Identität und Anderssein, metaphorische Auslegung und ihre Implikationen, Raum und Zeit als strukturierende Elemente der Texte. Der zweite Schritt ist die Untersuchung der sozialen, kulturellen und religiösen Kontexte der Interpretationen. Danach soll eine vorsichtige vergleichende Wertung versucht werden. Zuletzt können hypothetische Überlegungen über mögliche Abhängigkeiten angestellt werden. Das primäre Ziel des Projekts ist die Auswertung der unterschiedlichen Texte in ihren jeweiligen Kontexten sowie ein darauf basierender Vergleich dieser Texte. Die jeweiligen Auslegungen sollen vor den jeweiligen hermeneutischen und sozio-kulturellen sowie theologischen Hintergründen ihrer Autoren beleuchtet werden. Im Zentrum stehen die unterschiedlichen Interpretationen bestimmter Themen des biblischen Textes. Insgesamt soll das Projekt zu einem umfassenderen Bild früher jüdischer und christlicher Bibelauslegung sowie der christlich-jüdischen Beziehungen in den ersten Jahrhunderten beitragen, die die Grundlage für spätere positive und negative Entwicklungen dieses Verhältnisses bilden.

Abstract in Englisch zum Download.

Gottes Fragen. Ambivalenz und Ironie in Ijob 38,1-42,6

Dr. Tobias Häner
(FWF Projekt M 2395 - G 24)
Dauer: 01.08.2018 – 31.07.2020

Die beiden ausführlichen Reden Gottes im Schlussteil des Ijobbuches (38,1–39,30 und 40,6–41,26) bestehen über weite Teile aus rhetorischen Fragen und Aufforderungen, die einen ironischen Unterton erkennen lassen. Die Beschreibungen der Wildtiere, die den Hauptinhalt beider Reden ausmachen, weisen ein hohes Maß an Ambivalenz auf.

Ziel der Studie ist es, mittels einer wirkungsästhetischen Analyse von Ijob 38,1–42,6 die pragmatische Funktion von Ambivalenz und Ironie in den Gottesreden des Ijobbuches zu ermitteln. Die zugrundeliegende These lautet, dass der Antwortcharakter der Reden Gottes an Ijob nicht allein aufgrund von deren thematischem Gehalt, sondern nur unter Berücksichtigung der von ihnen ausgehenden Wirkung im Zusammenspiel von Text und Leser zu erfassen ist. 

weitere Forschungsprojekte

Prof. Ludger Schwienhorst-Schönberger
  • Theologie des Alten Testamentes (Kohlhammer Studienbücher Theolgie)
  • Kommentar: "Der Brief des Jeremia" (HThK-AT)